Abschlussinterview

Was habt ihr am meisten vermisst?

Birgit: Definitv Reis und Kaffee, auf die werde ich auch sicher nie mehr so lange verzichten!
Finja: Definitiv den Kaffee und natürlich Schokolade, Schokopudding und Bananen.
Ines: Schokolade!!! Und ab und zu auch eine Tasse Kaffee (und Eiskaffee)

Was war eure beeindruckenste Erkenntnis bzw. neue Erfahrung?

Birgit: Dass ich es schaffe zwei Monate auf Kaffee zu verzichten ;) und auch – wie ich in vielen Gesprächen erfahren konnte – es mehr Menschen gibt, die sich intensiv mit Lebensmitteln und dem was sie täglich essen oder kaufen auseinander setzten, als ich zuerst geglaubt habe.
Finja: Dass trotz vorhandener regionaler Produkte, trotzdem gleiche Produkte importiert und verkauft werden.
Ines: Dass seeeehr viele Bio-Produkte importiert sind und dass manche Gütesiegel nicht automatisch österreichische Herkunft garantieren! (obwohl man das zuvor vermutet hat)

Was werdet ihr selber mitnehmen für eure Küchenzukunft? Gibt es jetzt ein neues Lieblingsgericht?

Birgit: Ich werde sicherlich mehr ohne irgendwelchen Gewürzwürfeln von Knorr und Co kochen, da ich gemerkt habe, dass man auch mit Salz, Pfeffer und anderen Gewürzen das selbe g’schmackige Ergebnis erhält! Das Apfel-Birne-Vielkorn-Joghurt ist mein neues Zwischendurch-Lieblingsgericht.
Finja: Wenn man österreichisch essen will, muss man eine gute Planung für das Einkaufen haben. Die Planung werde ich auch für die Zukunft beibehalten. Die Apfelmuffins von Ines stellen für mich ein persönliches Highlight da – die sind einfach soo gut!
Ines: Selbstgemacht schmeckts am besten und man benötigt keine Fertigpackungen oder industriell hergestellte Würzmischungen um zu Kochen, da schmeckt dann nämlich alles gleich! Mit verschiedenen Gewürzen vom Garten ist man besser bedient.
Neues Lieblingsgericht: Becherkuchen :) und die Lasagne ohne gekaufte passierte Tomaten o.ä.

Was hat sich verändert in eurem Kaufverhalten, das ihr sicher weiter führt? Worauf kann/will man aufgrund von Backround-Wissen in Zukunft zu 100% verzichten? Nach welchem Schema wollt ihr in Zukunft überregionale Produkte auswählen?

Birgit: Der automatische Blick auf die Herkunftsauszeichnung auf den Produkten lässt sich sicher nicht mehr abstellen, was auch gut so ist. Gibt es eine österreichische Alternative, wandert sicherlich diese in den Einkaufskorb. Bei überregionalen Produkten schau ich – wo es möglich ist -, dass sie unter fairen Umständen produziert wurden.
Finja: Ich denke das ich auch in Zukunft darauf achten werde Lebensmittel aus der Region einzukaufen, vor allen Dingen, wenn man die Wahl hat!  Allerdings werde ich in Zukunft auch wieder Bananen und Orangen kaufen, da ich auf diese nicht verzichten möchte.
Ines: Ich werde auch in Zukunft immer schauen, woher die Inhaltsstoffe kommen, dieses “Bedürfnis” kann ich nicht mehr abstellen. Fleisch und Wurst vom Ausland gibts bei uns bestimmt nicht mehr! (hat es bei uns aber vorher meines Wissens auch kaum/nicht gegeben). Bestimmte Produkte wo es partout keine österreichische Alternative gibt (best. Gewürze, Obstsorten – Ananas & Co) werde ich in Zukunft auch ab und zu kaufen, wenn auch weniger.

Hat man ein schlechtes Gewissen “nicht österreichische” Produkte zu konsumieren?

Birgit: Nein, da ich denke, dass die Lebensweise NUR österreichische Produkte zu essen, zu radikal ist. Wenn der Kaffee, Reis oder die Bananen unter fairen Umständen exportiert und verkauft werden, sehe ich darin kein Problem.
Finja: Nein –  ich finde das sollte man auch nicht haben. Mir geht es viel mehr darum, darüber nachzudenken was man kauft, woher das Produkt kommt und nach Möglichkeit die Saisonalität im Hinterkopf zu behalten.
Ines: Jein, in Zukunft wird natürlich auch wo nur möglich regional gegessen, aber manche Sachen gibt es eben nicht von hier. Sollte ich in Zukunft importierte Produkte essen, werde ich mich wohl schon fragen ob das unbedingt nötig ist.

Überträgt sich das Bewusstsein auch in andere Bereiche/Branchen?

Birgit: Ich habe mir aufgrund unseres Projektes angesehen, wo beispielsweise Shampoo oder meine Kleidung produziert wird. Das Kaufverhalten in diesen “Alltagsbereichen” umzustellen, ist jedoch sehr schwierig, da es nur wenig bis gar keine Alternativen gibt.
Finja: Bei mir persönlich nicht, weil es für mich zu weit gehen würde, darauf zu achten ob beispielsweise Putzmittel im Land hergestellt wurden oder nicht.
Ines: Die Regionalität in anderen Bereichen lässt sich meines Erachtens schwer umsetzen (bei Hygieneprodukten oder Putzmittel z.B.). Aber wenn, dann kaufe ich im Geschäft z.B. nicht mehr das Plastiksackerl aus Erdöl, sondern wie letztens z.B. das aus Maisstärke.

Würdet ihr den Selbstversuch noch einmal machen bzw. länger durchziehen?

Birgit: Definitiv Ja! Die Erfahrungen, die wir sammeln konnten, waren einzigartig! Länger würde ich jedoch nicht mehr ohne überregionale Produkte auskommen wollen!
Finja: Ich würde den Selbstversuch definitiv nochmal machen, allerdings sind 2 Monate schon eine recht lange Zeit gewesen. Einige Lebensmittel hat man dann doch sehr vermisst.
Ines: Ja! Strenges “Iss Österreichisch” (ohne Kaffee, Schokolade etc.) würde ich definitiv noch einmal machen, wenn auch nur zu einer gewissen Jahreszeit – im Sommer ;) – da es da mehr Auswahl an Obst und Gemüse gibt.

Wie geht es weiter? Habt ihr ein nächstes Projekt?

Ines: Im Juni steht erst einmal eine stressige FH-Zeit bevor. Für den Sommer haben wir schon eine Idee im Kopf, aber die wird erst fixiert und dann “veröffentlicht” :). Im September werden wir wahrscheinlich auch bei der Genusslandstraße in Linz kochen. Weiterhin gibt’s natürlich Neuigkeiten über regionale Lebensmittel & Co und g’schmackige Rezepte!

Was habt ihr daraus gelernt?

Birgit: Dass man zwar nicht alles glauben darf/kann, was uns so manche Lebensmittelhändler weismachen wollen, der Trend zu regionalen Produkten jedoch deutlich da ist und so auch wirklich vermehrt auf Inhaltsstoffe aus der Region geachtet wird.
Und natürlich, dass man nicht verhungern muss, wenn man sich nur österreichisch ernährt :)
Finja: Dass es sehr wohl möglich ist, sich “rein-österreichisch” zu ernähren, man sich aber wirklich erstmal in die Thematik einarbeiten muss, um sich im Supermarkt zurecht zu finden.
Ines: Dass es regional sehr wohl viel Auswahl an Lebensmittel gibt und ich lieber regionale Bauern und Lebensmittelproduzenten unterstütze, als Großkonzerne. Nachdem ich auf dem Land wohne und viele regionale Direktvermarkter um mich habe, bin ich mir aber sehr wohl bewusst, dass nicht jeder (z.B. in Großstädten) die Möglichkeit so einer strikten Lebensweise hat.

Was wir noch sagen möchten …

Ines: Danke für den guten Zuspruch und die Unterstützung von allen Seiten! Das hat uns geholfen, das Projekt durchzuhalten und umzusetzen. Wir haben uns über die kleinen Erfolge sehr gefreut, wenn z.B. Freunde zu uns sagen “wegen euch schau ich jetzt auch, woher die Produkte kommen, die ich kaufe!”.

 

Author: Birgit

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5 Kommentare

  1. Vielen Dank für ein spannendes und sympathisches Projekt und dass wir daran teilhaben durften. Der Erfolg und das Feedback der Umwelt bestätigt die hohe Qualität.

    Ich bin gespannt, was vielleicht im Sommer folgt :-)

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