Erdäpfelraritäten aus Österreich

Ob Erdapfel, Kartoffel oder Grundbirne – gemeint ist damit das gleiche, nämlich das beliebte Nachtschattengewächs. Die unterirdische Knolle der Pflanze ist dabei zum Verzehr geeignet und eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt, aber auch als Futtermittel und Industrierohstoff gerne eingesetzt.

Geschichte der Erdäpfel

Erdäpfelraritäten aus ÖsterreichIhre Geschichte begann schon lange Zeit v. Chr. Damals kultivierten einheimische Völker in den Anden Südamerikas bereits fleißig die gesunde Erdknolle, da sie dort auch in tausenden Metern Höhe erfolgreich Früchte trug, wo Mais und andere Pflanzen nicht gedeihten. Somit war sie schon damals ein Hauptnahrungsmittel der Einheimischen.

Mitte des 16. Jahrhunderts fand die Erdäpfel schließlich ihren Weg nach Europa durch spanische Eroberer. In Österreich tauchte das Gemüse angeblich erstmals um 1620 in Seitenstetten auf. Der Abt des Stiftes baute die Erdäpfel im Klostergarten an und verfasste ebenfalls ein Kochbuch mit Kartoffelrezepten. Maria Theresia förderte den Anbau bzw. verpflichtete teilweise sogar dazu, da sie bereits damals schon den Wert der Erdäpfel gegen die Hungersnot erkannte. Die Bauern hingegen waren davon nicht sofort überzeugt, da sie die Pflanze für giftig und für die Verursacher von Syphillies und Lepra hielten. Richtig populär wurde der Erdapfel dann während der Napoleonischen Kriege an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Inhaltsstoffe der Erdäpfel

Hierzulande gibt es das ganze Jahr über heimsiche Erdäpfel zu kaufen. Ein Grund mehr dieses köstliche Gemüse in der Küche vielfältig einzusetzen. Denn neben dem guten Geschmack sind auch die wertvollen Inhaltsstoffe erwähnenswert. Neben zahlreichen Vitaminen (man mag es kaum glauben – die Erdäpfel sind reich an Vitamin C und gelten daher auch als “Zitrone des Nordens”) besteht die Kartoffel durchschnittliche aus 15% Kohlenhydraten (Stärke). Eiweiß enthalten sie zwar nicht in Massen, aber dafür hochwertiges, weshalb Erdäpfel von allen pflanzlichen Eiweißlieferanten über den höchsten Anteil an verwertbarem Eiweiß verfügt.

Erdäpfelraritäten aus Österreich – Sorten

Erdäpfelchips Rote Emma ViolettaVon mehlig bis speckig ist die Erdäpfel immer ein Genuss, der in der Küche vielseitig eingesetzt werden kann. Je nach Stärkegehalt kann sie unterschiedlich eingesetzt werden. Mehlige Kartoffel haben einen hohen Stärkegehalt und eigenen sich für Püree, Knödel und generell Teige. Speckige haben einen geringen Anteil an Stärke und eignen sich deshalb gut für Salate oder Bratkartoffel. Vorwiegend Festkochende liegen im Mittelfeld und dienen als Allrounder in der Küche. Je nachdem was man nun aus diesem Gemüse zaubern will, gibt es also zahlreiche verschieden Sorten, die am besten dafür geeignet sind.

Oft schon längst in Vergessenheit geraten gibt es aber auch echte Raritäten, die man im gewöhnlichen Handel so kaum mehr bekommt. Es gibt schon Tausende Sorten, darunter z.B. Violetta oder die Rote Emmalie.

Rote Emmalie (auch Rote Emma)

Erdäpfel Rote EmmaIst eine vorwiegend festkochende Sorte mit roter Schale und roten Fleisch. Der Geschmack ist würziger als bei “gewöhnlichen” Kartofffelsorten. Ich persönlich würde fast sagen “erdig”. Die Sorte ist in der Küche vielseitig einzusetzen. Ob als Salat, Braterdäpfel, Püree oder Chips.

Violetta (auch Blaue Elise)

Erdäpfel ViolettaIst eine festkochende Sorte mit blauer Schale und lila Fleisch. Geschmacklich erinnert sie ein bisschen an Esskastanie und ist im Vergleich zur Roten Emma daher eher süßlicher. Die Sorte eignet sich am besten als Salat oder Chips. Aber auch als Püree eine Gaumenfreude.

Erdäpfelpüree Rote Emma ViolettaIch habe beide Sorten für euch verkostet und muss sagen persönlich hat mich Violetta mehr überzeugt. Die Chips sind knackiger und das Püree nicht so “erdig”, sondern eher milder im Geschmack.

Die Entscheidung welche Sorte nun auf den Teller kommt sei euch überlassen. Unumstritten ist aber, dass Erdäpfel ein wichtiges Gemüse ist, das nicht am Speiseplan fehlen sollte und vor allem in der Winterzeit eine wichtige regionale Gemüsequelle darstellt. Und wenn’s etwas ausgefallener sein darf, dann gerne auch mal in anderen Farben als das übliche gelb. ;)

Author: Ines

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3 Kommentare

  1. Tatsächlich wurden Kartoffeln in den Anden nur den Sklaven zu essen gegeben, und das hatte seine Gründe…. Die damalige Skepsis war nicht zu unrecht. Man sollte die Kartoffel nicht ständig essen, aber in Maßen wird sie nicht zu sehr schaden. (-;

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    • Warum sollte man Erdäpfel nicht oft essen, welche negativen Begeleiterscheinungen soll die Kartoffel haben ? Nicht einmal dick machen diese, ein Kilogramm hat ca. 800 Kilokalorien. Man müsste also ca. 3 Kg esssen um den tägl. Bedarf zu erfüllen. Also kompletter Unsinn vor den Kartoffelwarnungen .

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      • Das wissen nur die allerwenigsten…. es geht nicht immer nur um Kalorien, man nimmt mit der Nahrung auch noch etwas anderes zu sich. (-; Die Kartoffel enthält bestimmte Giftstoffe, vor allem in der Schale, (aber das betrifft wohl nicht solche Sorten wie wie die Süßkartoffel.) Ein sehr renommierter Biophysiker und Forscher erklärte dazu, dass diese Substanzen das Gehirnwasser negativ beeinflussen. Aber es gilt wie bei allem: es geht um das Maß. Gerade eine positive Seite der Kartoffel ist, dass sie basisch verstoffwechselt wird.

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