Woher kommt die Milch?

Bei vielen kommt sie täglich in die Tasse Kaffee, zum Müsli dazu oder sie wird beim Kochen und Backen verwendet – die Milch. Aber woher kommt sie? Welchen Weg hat sie von der Kuh bis auf den Tisch zurückgelegt? 

Mopro KühlregalEs gibt viele verschiedene Milchpackungen in denen Milch verkauft wird und dementsprechend viele Marken. Welchen Marken man vertrauen mag, dass die Milch darin auch wirklich von österreichischen Kühen kommt, sei jedem selbst überlassen und darüber wollen wir auch gar keine Mutmaßungen anstellen. Aber was bedeutet die Kennzeichnung auf den Milchpackungen und welche Rolle übernimmt der Landwirt in der Lieferkette der Milch von der Kuh auf den Tisch? Diese Fragen wollen wir mit diesem Beitrag beantworten.

 

Kennzeichnung von Molkereiprodukten

Neben anderen Kennzeichnungen über die Herkunft der Milch (wie z.B. das AMA-Gütesiegel oder das Bio-Siegel, dazu auch Näheres in unserem Artikel über Gütesiegel) gibt es auch verpflichtende Zulassungsnummern auf Milchprodukten. Diese sind seit 2009 neu definiert und können z.B. so aussehen: ein Ring in dem eine Nummer steht:

Zulassungsnummer MilchproduktAT steht für Österreich und somit das Land, in dem das Produkt hergestellt wurde.

40 151 diese Nummer wird automatisch generiert und jede Molkerei bzw. Hersteller von Milchprodukten hat eine eigene Nummer. Die erste Ziffer gibt dabei Auskunft über das Bundesland, in dem sich der Hersteller befindet.
1 = Burgenland,
2 = Kärnten,
3 = Niederöster­reich,
4 = Oberrösterreich,
5 = Salzburg,
6 = Steiermark,
7 = Tirol,
8 = Vorarlberg,
9 = Wien.
So hat die Molkerei Berglandmilch mit Sitz in Feldkirchen, Oberösterreich, z.B. die Nummer “AT 40151 EG”

EG steht für Europäische Gemeinschaft

Aus diesem Kennzeichen sind jedoch nur Rückschlüsse auf den Herstellungsbetrieb möglich, nicht jedoch auf die Herkunft der Rohstoffe.

Quelle: http://www.bauernzeitung.at/?id=2500%2C50617%2C%2C

Aber wie kommt jetzt die Milch von der Kuh ins Supermarktregal und somit zu uns nach Hause?
Um diese Frage zu beantworten haben wir uns direkt an der Quelle informiert und einen Milchbetrieb besucht.

Was muss man als Landwirt haben, damit er seine Milch verkaufen darf?

KuhEin Landwirt benötigt dafür (neben den Kühen natürlich und genügend Grund, um diese artgerecht zu halten) ein sogenanntes Milchkontingent. Aber was ist ein Milchkontingent? Dieses bestimmt, wie viel Menge an Milch der Landwirt liefern darf. Liefert er zu viel Milch an die Molkerei, kann es sogar zu Sanktionen kommen.
Das Milchkontingent muss man zuvor käuflich erwerben, entweder von anderen Bauern oder von nationalen Reserven. Das Kontingent wird in Kilo und Fettgehalt gemessen, nicht in Liter! Je fettreicher, desto schwerer die Milch und somit weniger Liter darf ein Landwirt liefern.

An wen verkauft ein Landwirt seine Milch?

Molkerei GarstenAn eine Molkerei. In Oberösterreich wird oft an die Gmundner Molkerei reg.Gen.m.b.H. oder auch an die Berglandmilch reg.Gen.mbH geliefert. Je nach Molkerei und Abmachung mit einem landwirtschaftlichen Betrieb wird z.B. alle 2 Tage die Milch direkt vom Bauernhof mit einem Milchtank der Molkerei abgeholt. Dafür muss die Milch konstant vom Landwirt auf 4° gekühlt werden. Der Milchtank sammelt also die Milch von den Betrieben und liefert sie direkt an die Molkereien, die diese dann zu Milchprodukten weiterverarbeiten. Ab einer Milchmenge von 80.000 kg pro Jahr fährt der Tankwagen direkt zu der Milchkammer des Bauern. Liefert man weniger, muss der Bauer die Milch zur gelegensten Stelle für den Tankwagen bringen; diesen Standort gibt die Molkerei vor.

Wie viel Geld bekommt er dafür und warum?

Glas MilchDas hängt davon ab, an welche Molkerei verkauft wird und von den Inhaltsstoffen der Milch. Keimzahl (betrifft die Sauberkeit) und Zellzahl beeinflussen ebenfalls den Preis – sind diese höher wird man herabgestuft und bekommt weniger Geld für die gelieferte Milch. Jede Molkerei bezahlt einen Grundpreis von derzeit ca. 40-42 Cent pro Kilo (der Preis ist aufgrund der Dürre im Moment höher, üblicherweise liegt der Preis bei ca. 38 Cent pro Kilo und ist auch je nach Molkerei und Bundesland verschieden).
Direkt beim Abholen der Milch werden stichprobenartig Proben entnommen. Diese werden automatisch beim Absaugen der Milch abgenommen und ins Labor der Molkerei gebracht. Dort werden schließlich die Inhaltsstoffe gemessen.

Ines

Author: Ines

Share This Post On

7 Kommentare

  1. hallo an euch,
    könnt ihr mir mitteilen, welche milch von kühe mit hörnern kommt und unter welcher Marke diese verkauft wird?
    mit freundlichen grüßen
    claudia

    Kommentar absenden
    • Hallo Claudia,
      danke für deinen Kommentar!
      Gerne antworten wir darauf, leider wissen wir nicht genau, was du meinst.
      Könntest du das bitte genauer ausführen?
      Liebe Grüße,
      Birgit von Iss Österreichisch

      Kommentar absenden
  2. Danke, sehr aufschlußreicher Artikel. Ich weiß I’m late to the party, aber wisst ihr zufällig wie sich der Preis, den die Bauern von den Molkereien kommen bestimmt? Wie oft kann die Molkerei den Grundpreis (abgesehen von Keimzahl etc.) ändern?

    danke lg

    Kommentar absenden
    • Ines

      Hallo Max! Entschuldige die späte Antwort. Der Preis, den die Bauern bekommen, legen die Molkereien fest; je nachdem „was der Markt hergibt“ wird der Preis dann angepasst. In den letzten Jahren wurde dieser leider immer wieder heruntergesetzt. Wie oft sie dies tun „dürfen“ habe ich leider nicht in Erfahrung bringen können. Die Preise unterscheiden sich also auch je nach Bundesland bzw. ob bio oder nicht. Von den Preisen im Blogeintrag (geschrieben 2013) sind wir mittlerweile leider weit entfernt. So um die 25 cent pro Kilo ist zur Zeit realistischer, dass die Bauern für ihre Milch bekommen.
      LG Ines

      Kommentar absenden
  3. Hörte gerade die Sendung in Ö1. Es ist traurig unsere Hilflosigkeit zur Problemlösung für den Bauernstand beastellt. In der heutigen Werbung von Hofer ist davon die Rede, dass in Österreich nur 2 % der Milch in der EU erzeugt würden, also ohnehin weniger pro Kopf.

    Andere Frage: ich suchte hier nach den Betriebsnummern der Molkereien, fand sie aber nicht! Die beispielhafte Erklärung ist keine Hilfe!Wer hilft mir weiter?

    Kommentar absenden

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *